Ideen für die Kreislaufwirtschaft – Neue Effizienz startet Innovationsnetzwerk GreenTec

02.11.2016

Ein effizienter Umgang mit Ressourcen ist wichtiger denn je. Möglichst langlebige Produkte und Abfälle, die erst gar nicht entstehen oder wieder genutzt werden können, zeichnen eine innovative Kreislaufwirtschaft aus. Hier gibt es viele Ansatzpunkte. Auch nachhaltige und intelligente Materialien können ebenso wie ein durchdachtes Produktdesign helfen, die richtigen Wege für Industrie und Gebäude einzuschlagen. Rund 30 Expertinnen und Experten tauschten sich bei der ersten Ideenschmiede des Innovationsnetzwerks GreenTec zu verschiedenen Ansätzen aus und entwickelten erste Ideen. Zuvor feierte das neue Netzwerk im Beisein von Alexandra Landsberg, Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, seinen Auftakt. Gastgeberin der Veranstaltung war die Firma Knipex.

Begrüßt wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch Barbara Meimeth, Assistentin der Geschäftsführung bei der KNIPEX-Werk C. Gustav Putsch KG. Die Firma KNIPEX gehört seit 2012 zu den Gesellschaftern und damit den ersten Unterstützern der Neuen Effizienz. Der Stifterverband beschreibt in seinem Onlinemagazin MERTON die Firma selbst als „Cronenberger Innovationsschmiede“. Auch deshalb passt es sehr gut, dass das Innovationsnetzwerk hier seinen Auftakt feiert.

In ihrem Impuls berichtet Alexandra Landsberg über die Bedeutung der Umweltwirtschaft für Nordrhein-Westfalen und das Bergische Städtedreieck. Zur Branche Umweltwirtschaft werden alle Unternehmen gezählt, die umweltfreundliche und ressourceneffiziente Produkte und Dienstleistungen anbieten und herstellen. Sie steht im Fokus des Netzwerks. Passend dazu konnte Alexandra Landsberg am Ende ihres Vortrags auch den Förderbescheid für das „Innovationsnetzwerk GreenTec und Ressourceneffizienz – Chancen aus Industrie 4.0 und Smart City“, so der vollständige Name des Projektes, an Jochen Stiebel überreichen.

Ziel des Innovationsnetzwerks ist es, gerade den kleinen und mittleren Unternehmen eine Unterstützung bei Produkt- und Dienstleistungsinnovationen für den Klimaschutz anzubieten. Vor allem der Mittelstand hat oftmals Überlegungen und Ideen zu neuartigen Angeboten, aber es fehlen Entwicklungs- und Forschungspartner und Ideen geraten in Vergessenheit. Diese Lücke zu schließen hat sich nun die Neue Effizienz zur Aufgabe gemacht, so Jochen Stiebel als Geschäftsführer der Neuen Effizienz.

So genannte Ideenschmieden bilden als erste Etappe im Innovationsprozess eine neue Plattform für Fragestellungen, Ideen und Visionen. Das Format soll verschiedene Perspektiven aufzeigen und Impulse für die eigene Arbeit liefern. Denn: Innovationen leben von Menschen, die unterschiedliche Blickwinkel haben. Die Teilnehmerzahl für dieses Format ist immer begrenzt, damit der Austausch vertrauensvoll stattfinden kann.

Mögliche Ideen für die Umweltwirtschaft stellte Dr. Sven Langbein in seinem Impuls zum Thema Kreislaufwirtschaft vor – und lieferte damit zum Start der ersten Ideenschmiede den Impuls zum Thema. Er ist Mitarbeiter bei der Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe e.V. (FGW) in Remscheid und zeigte ganz anschaulich Potenziale von Formgedächtnislegierungen für Recyclingprozesse. Diese intelligenten Werkstoffe haben die Fähigkeit, aufgrund einer Temperaturänderung ihre Form zu ändern. Im Forschungsprojekt THEAsmart soll diese Formgedächtnistechnik zum Beispiel weiterentwickelt und Produkte zur Energiewandlung entwickelt werden, damit bisher ungenutzte Wärme nicht verloren geht. Das Projekt wurde durch die Jury des Leitmarktwettbewerbs EnergieUmweltwirtschaft.NRW zur Förderung vorgeschlagen und startet voraussichtlich im Februar.

In drei unterschiedlichen Runden wurde sich dann ausgetauscht, diskutiert und entwickelt. Dabei ging es um Materialien, Verpackungen, Produktdesign, Recycling sowie Baumaterialien und Gebäude. Die Ideen werden im Anschluss von der Neuen Effizienz ausgewertet. In so genannten Werkstätten werden diese dann vertieft, fokussiert und weiter entwickelt, bevor sich zur Umsetzung dann konkrete Projektteams gründen. Die Neue Effizienz wird diese Prozesse moderieren und eng begleiten. Ab Januar finden die ersten Werkstätten zu Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung statt.

Die Schwerpunkte des Netzwerks orientieren sich an Zukunftsthemen für Industrie und Städte. In den nächsten Veranstaltungen geht es um Digitalisierung, Energie und Stadt von morgen, wobei hierzu auch Fragen der Mobilität gehören. „Hier sind noch ganz viele Fragen offen. Deshalb wollen wir uns im Innovationsnetzwerk GreenTec zunächst mit diesen Schwerpunkten auseinandersetzen, unterschiedliche Perspektiven aufzeigen und den Austausch fördern,“ so Jochen Stiebel weiter.

Interessierte Unternehmer und Wissenschaftler können sich an das Team der Neuen Effizienz wenden.

Weitere Informationen: www.neue-effizienz.de/innovationsnetzwerk.

 

Fotos: Kristina Malis