Das Bergische Städtedreieck zu Besuch in St. Étienne

31.10.2013

Nicht  nur für die regionale Vernetzung steht die Neue Effizienz, auch international werden Kontakte geknüpft. Dies gilt besonders für den europäischen Nachbar Frankreich. Die Metropolregion St. Étienne bei Lyon, wirtschaftlich ähnlich strukturiert wie das Städtedreieck, war Ziel einer bergischen Delegation unter Leitung der Neuen Effizienz. Die Reise fand statt vom 17. bis zum 18. Oktober 2013. 

Bereits im letzten Jahr besuchte eine Delegation aus dem franzöischen St. Étienne das Bergische Städtedreieck. Hintergrund des jetzigen Gegenbesuches von Wuppertal Institut, Bergischer Universität, des Bergischen Instituts, bergischer Unternehmer sowie städtischen Vertretern war eine Vertiefung der wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Beziehungen zwischen den Regionen. Ziel ist es, im Rahmen der bestehenden Kooperation mit St. Étienne gemeinsame Projekte und Forschungsvorhaben zu initiieren – bilateral und auf europäischer Ebene. Im Fokus des Programms in St. Étienne standen die Bedeutung von Effizienz und Nachhaltigkeit in Produktions- und Konsumprozessen und das Thema Ecodesign. Darüber hinaus ging es auch um eine gemeinsame Strategie zum Austausch von Studenten, Wissenschaftlern und Beschäftigten, um Nachwuchskräfte langfristig an die Regionen zu binden.

Ein besonderer Fokus des diesjährigen Besuchs in St. Étienne war die Verknüpfung des bergischen MaschinenbauNetzwerks unter Leitung von Prof. Dr. Peter Gust, Lehrstuhl für Engineering Design, und den französischen Netzwerken für Maschinenbau und Mechanik in St. Étienne. Prof. Dr. Gust stellte hierzu das bergische MaschinenbauNetzwerk und insbesondere die enge Verzahnung der Bergischen Universität vor. Hierbei sollen konkrete wirtschaftliche Kooperationen zwischen französischen und bergischen Unternehmen angeregt werden. Der Schwerpunkt liegt vor allem auf einer nachhaltigen Produktentwicklung- und gestaltung, die von deutscher Seite aus vom Bergischen Institut in Solingen begleitet wird. 

In zahlreichen Ateliers und einem gemeinsamen Besuch des Designzentrum Cité du Design in St. Étienne kamen sich die Teilnehmer beider Länder auch auf dem Gebiet des Ecodesigns näher und tauschten ihre Erfahrungen und Projektansätze in Vorträgen und Diskussionsrunden aus.

Marcel Befort, wissenschaftlicher Mitarbeiter von Prof. Dr. Brigitte Wolf, Lehrstuhl für Industrial Design, stellte die Ergebnisse der Sustainable Sommer School den interessierten französischen Teilnehmern vor. Die Sustainable Sommer School bietet eine internationale Plattform für Design-Studenten und Studenten anderer Disziplinen zum Thema Nachhaltigkeit und Design. Organisiert wird der Austausch unter anderem von der Bergischen Universität, dem Wuppertal Institut sowie der Folkwang Universität. Auch die Einbindung der Cité du Design in St. Étienne in die Sustainable Sommer School ist langfristig angedacht. Im nächsten Jahr soll ein erster gemeinsamer Workshop stattfinden.

Martina Kissing übergab stellvertretend für die Stadt Wuppertal und Oberbürgermeister Peter Jung Grüße an die Partnerstadt St. Étienne und wurde als Geschäftsführerin für die Regionalagentur Bergisches Land ebenso herzlich von ihren französischen Pendants in Frankreich empfangen.

Curt Mertens vertrat als Vize-Präsident die IHK Bergisches Land. In Zukunft möchten beide regionalen Handelskammern enger zusammenarbeiten und insbesondere im Bereich Ecodesign ihre Unternehmen zunehmend unterstützen. Die französische IHK, die einen Großteil der Reise in Frankreich organisierte, freute sich über das Interesse und die Offenheit von deutscher Seite. Erste Gespräche zur deutsch-französischen Zusammenarbeit im Bereich Methoden und Tools im Ecodesign konnten von Oliver Francke, GENERATIONDESIGN GmbH, angestoßen werden.

Ein Nachtreffen zur Planung der weiteren Zusammenarbeit findet am 19. Nevember statt.