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08.03.2018

BOB realisiert einen nachhaltigen, emissionsfreien und energieeffizienten ÖPNV für Solingen. Das seit Jahrzehnten bestehende Oberleitungsnetz der Stadt wird künftig in das städtische Energieverteilnetz integriert und mit der Fähigkeit, steuerbar, bedarfsgerecht und bidirektional Lasten zu verschieben zum Smart Grid oder besser gesagt: Zum Smart-Trolley-System – dem STS. Gespeist wird das Netz aus lokal erzeugtem Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Ergänzend werden die bisher genutzten Dieselhilfsmotoren der Oberleitungsbusse durch moderne Batterien ersetzt und fügen sich als mobile Energiespeicher in das STS ein. Der BOB – also der Batterie-Oberleitungs-Bus – ist als rollende Batterie in der Lage, auch ohne ständige Verbindung zur Oberleitung unterwegs zu sein und nur punktuell am STS dynamisch während der Fahrt nachzuladen.

Nach der Auslieferung des BOB im Januar 2018 wurde nun der erste Prototyp offiziell durch Herrn Oberbürgermeister Tim Kurzbach und Conrad Troullier, Geschäftsführer der Stadtwerke Solingen, getauft. Derzeit erfolgen auf dem Betriebshof die Inbetriebnahme und das Zulassungsverfahren für den Obus-Betrieb und den Straßenverkehr für das erste Fahrzeug. Abnahme und Freigabe für den Liniendienst soll im April erfolgen, dann werden drei weitere Wagen ausgeliefert und zunächst im normalen Obus-Betrieb zum Einsatz kommen. Ab Herbst soll schließlich eine bisherige Dieselbuslinie (die Linie 695) auf einen rein elektrischen Betrieb umgestellt werden. In Solingen bringt das Projekt im ersten Schritt eine Erhöhung des derzeitigen Anteils an E-Mobilität in der Verkehrsleistung von 64% auf 70%. Zudem können zusätzliche 147.000 Liter Diesel und weitere 334 t CO² eingespart werden.

Nicht nur die Fachwelt war auf der Pressekonferenz vertreten, sondern ebenso die aus der Region Stammende Politik. Zu den Gästen gehörten z.B. Jürgen Hardt (CDU / MdB), Andreas Rimkus (SPD / MdB), Josef Neumann (SPD / MdL) sowie Arne Moritz (CDU / MdL). In den Gesprächen wurde deutlich: Der BOB hat das Zeug zur Zukunft des ÖPNV – nicht nur in Solingen.

Umgesetzt wird das Projekt von einem Konsortium, aus Stadtwerken Solingen, den SWS Netze Solingen, der Stadt Solingen, der Bergischen Universität Wuppertal, der Bergischen Gesellschaft für Ressourceneffizienz (Neue Effizienz), der Wuppertaler NetSystem GmbH und der Voltabox Deutschland AG aus Delbrück. Während die Konsortialführung bei den Stadtwerken Solingen liegt, hat die Neue Effizienz als regional verankerte Institution nicht nur die richtigen Partner an den sprichwörtlichen Tisch geholt, sondern auch die wichtige Rolle des Projektkoordinators übernommen.

Das auf fünf Jahren angelegte und vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geförderte Projekt legt nun den Grundstein für einen ganzheitlichen Ansatz zur Verknüpfung und Optimierung von Verkehrs- und Energiefragen, der sogenannten Sektorkopplung.

Mehr Infos zum Projekt finden Sie unter www.bob-solingen.de