Das Projekt koop.mobil ermöglicht die modellhafte Erprobung von kooperativen Mobilitätslösungen und kooperativem Mobilitätsmanagement im Bergischen Städtedreieck Wuppertal-Solingen-Remscheid. Im Projekt werden engagierte Akteure aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und kommunalen Institutionen zusammengebracht, um bislang punktuelle Einzelmaßnahmen systematisch zu bündeln und kooperativ weiterzuentwickeln.
Das Modellvorhaben mit einem praxisorientierten Forschungsansatz basiert auf einem intensiven Vorbereitungsprozess, der von zivilgesellschaftlichen Engagierten angestoßen und von den größten Arbeitgebern in Wuppertal finanziert worden ist. Im Vorbereitungsprozess konnte die Neue Effizienz im engen Austausch mit Unternehmen, Wohnungswirtschaft, Mobilitätsdienstleistern sowie kommunalen Akteuren zentrale Hemmnisse und Potenziale für eine gemeinsame Mobilitätswende in der Region identifizierten.
Dabei zeigte sich: Viele bestehende Maßnahmen – wie Sharing-Angebote, Shuttle-Verkehre oder Mitfahrplattformen – wurden bislang isoliert umgesetzt, konnten aber mangels struktureller Koordination, unklarer Zuständigkeiten und fehlendender Plattformintegration keine dauerhafte Wirkung entfalten. Kritische Massen werden nicht erreicht und Netzwerkeffekte bleiben aus, da Maßnahmen nur innerhalb des eigenen Zuständigkeitsbereichs umgesetzt werden können. Die befragten Akteure wünschen sich einen Koordinator, der vorhandene Maßnahmen bündeln, neue Kooperationen ermöglichen und eine koordinierte Umsetzung über Einzelinteressen hinweg leisten kann.
koop.mobil soll diese Lücke durch die Etablierung einer operativ handlungsfähigen Struktur schließen und dabei nicht nur ein temporäres Projekt sein, sondern kooperatives Mobilitätsmanagement langfristig verstetigen.
Im Rahmen des Projekts werden drei Maßnahmen pilothaft erprobt: überbetriebliche Mobilstationen, eine regionale Mitfahrplattform sowie smartes Parkraummanagement auf privaten Flächen. Parallel dazu wird eine tragfähige Organisations- und Finanzierungsstruktur entwickelt, um die Verstetigung der Maßnahmen über die Projektlaufzeit hinaus zu sichern.
Das Projekt trägt somit dazu bei, langfristig innerstädtische Zielkonflikte zu entschärfen – insbesondere in verdichteten Quartieren und an Gewerbestandorten, wo Flächenknappheit, Parksuchverkehre und ineffizient genutzte Stellplätze zu Herausforderungen führen.
koop.mobil versteht Mobilitätswende als gemeinsamen Transformationsprozess hin zu einer geringeren Abhängigkeit vom privaten Pkw. Weniger motorisierter Individualverkehr bedeutet zugleich weniger CO₂-Emissionen und damit einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz. Darüber hinaus ist nachhaltige Mobilität auch eine soziale Frage: Nicht alle Menschen können oder wollen sich ein eigenes Auto leisten. Attraktive Alternativen schaffen Teilhabe und eröffnen neue Handlungsspielräume. Unternehmen profitieren gleichzeitig von einer effizienteren, gesünderen und kostengünstigeren Mitarbeitendenmobilität.
Mit dem Aufbau einer Organisationsstruktur für kooperatives Mobilitätsmanagement und der Erprobung überbetrieblicher Maßnahmen übernimmt die Region eine Vorreiterrolle. Die erprobten Strukturen sollen als Modell auch in andere Regionen übertragen werden und insbesondere dort Wirkung entfalten, wo Zivilgesellschaft, kommunale Akteure, Unternehmen und Wohnungswirtschaft neue Wege gemeinschaftlich gehen möchten, aber strukturell bislang nicht zusammenfinden.
Die regionale Mitfahrplattform bergisch.move ist der erste Umsetzungsbaustein des Projekts koop.mobi – auch hier ist eine breite Teilnahme von Arbeitgebern vorgesehen. bergisch.move ist ein Angebot für alle Pendler:innen mit Start und/oder Ziel im Bergischen Städtedreieck. Auf der Website von bergisch.move finden sich konkrete Informationen zur Nutzung und zur Teilnahme an der Mitfahrplattform.
koop.mobil wird im Rahmen des Förderprogramms mobil gewinnt vom Bundesministerium für Verkehr gefördert.
